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Geophysik in der Geomorphologie


Convener: M. Bücker, J. Buckel (beide Braunschweig), C. Hilbich (Fribourg), A. Flores Orozco (Wien), D. Schwindt (Kaiserslautern)


 

Unter der Oberfläche heutiger Landschaften verbergen sich häufig detaillierte Register ihrer Entstehungsgeschichten. Durch die Anwendung geophysikalischer Erkundungs- und Beobachtungsmethoden können daher geomorphologische Formen und landschaftsprägende Prozesse oft überhaupt erst detektiert und ihre Dynamik nachgezeichnet werden. Geophysikalische Methoden zählen folglich zum Standardrepertoire der modernen Geomorphologie und tragen zum Verständnis von Reliefbildung und Landschaftsgenese bei. Vor allem seismische und geoelektrische Methoden aber auch Georadar- und elektromagnetische Verfahren finden vielfältige Anwendungen auf unterschiedlichen Raum- und Zeitskalen. Einige Beispiele hierfür sind die Abgrenzung von Sedimentkörpern und die Bestimmung von Sedimentvolumina, die Detektion von Permafrost in Lockersediment wie in Festgestein, die Ermittlung der Eismächtigkeit von Gletschern, die Bewertung mechanischer Untergrundeigenschaften oder das Monitoring geomorphologischer Prozesse – auch in der Naturgefahrenforschung.

 

Teilweise reichen hierfür bereits erprobte geophysikalische Standardverfahren aus, oft müssen Methoden für spezielle Anwendungen aber auch erst angepasst oder weiterentwickelt werden. Nur durch einen intensiven interdisziplinäreren Austausch zwischen Geomorphologen und Geophysikern kann das gesamte Potenzial geophysikalischer Methoden für geomorphologische Fragestellungen genutzt werden. Diese Schwerpunktsession bietet eine Plattform, sowohl Anwendungsbeispiele als auch spezifische methodische Weiterentwicklungen zu diskutieren.

 

Plenarvortrag: Dienstag, 5.3.2019, Niels Hovius (GFZ Potsdam)