S2

Endlagergeophysik

 

Convener: Andreas Schuck, Ernst Niederleithinger, Thies Beilecke

 

 

Die Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle wurde mit der Novellierung des Standortauswahlgesetzes 2017 neu gestartet. Mit dem im Gesetz geregelten Standortauswahlverfahren soll in einem „partizipativen, wissenschaftsbasierten, transparenten, selbsthinterfragenden und lernenden Verfahren“ bis 2031 ein Standort mit bestmöglicher Sicherheit für ein Endlager von hochradioaktiven Abfällen in tiefen geologischen Formationen ermittelt werden. In Deutschland kommen dabei grundsätzlich die Wirtsgesteine Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein in Betracht. Potentiell günstige Gebiete für ein Endlager werden anhand von geowissenschaftlichen Ausschlusskriterien, Mindestanforderungen und Abwägungskriterien identifiziert. Zur Anwendung dieser geowissenschaftlichen Anforderungen und Kriterien sind über- und untertägige Erkundungsprogramme vorgesehen, in denen insbesondere geologische, hydrogeologische und hydrogeochemischen Parameter zu ermitteln sind.

 

Dieses Schwerpunktthema lädt zu Beiträgen ein, die den Stand von Wissenschaft und Technik aller geophysikalischen Methoden bei der Erkundung und dem Ausbau eines Endlagers darstellen, offene Fragen diskutieren und Ideen zu neuen Erkundungsstrategien entwickeln. Themenbereiche umfassen geophysikalische Methoden zur Erfassung von Grundwasserbewegungen (Strömung, Diffusion), zur strukturellen räumlichen Charakterisierung der Gesteinskörper (Tiefe, Volumen, Barrieremächtigkeit, Tektonik, Fazies, Variationsbreite der Gesteinseigenschaften), zur Bewertung der gebirgsmechanischen Eigenschaften und der langfristigen Stabilität, zur Beurteilung von Veränderungen der Gebirgsdurchlässigkeit und zur Bewertung der Temperaturverträglichkeit sowie der Sorptionsfähigkeit. Der Fokus der Erkundung liegt dabei auf dem „einschlusswirksamen Gebirgsbereich“, der den unmittelbaren Einlagerungsbereich und die geologischen Barrieren umfasst. Beiträge, die sich mit dem schützenden Charakter des Deckgebirges (grundwasserhemmende, erosionshemmende Gesteine) oder dem Einsatz geophysikalischer Verfahren beim Ausbau eines Endlagers befassen, sind ebenfalls willkommen.

 

 

Plenarvortrag: Geophysikalische Erkundung für geologische Tiefenlager in der Schweiz,                            Thomas Spillmann, Tim Vietor,  Herfried Madritsch (NAGRA),                             Mittwoch, 6.3.2019